Freitag, 09.10.2015

Quartalsbericht

Endlich kommt mal wieder ein Update. Der folgende Post ist mein erster Quartalsbericht für Rotary. Am Sonntag kommt dann ein Update über die letzten Wochen, viel Spaß:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Claas Buurman und ich bin im Schuljahr 2015/16 in den USA, genauer in Florida im Distrikt 6980 gehostet vom Rotary Club Altamonte Springs. Gesponsert werde ich vom Rotary Club Emden im Distrikt 1850.
Dies ist mein erster Quartalsbericht, in dem ich über mein bisherigen Aufenthalt berichten werde.
Als erstes werde ich über die Kultur in Florida berichten. Im Großen und Ganzen ähneln sich die Kulturen von Deutschland und den USA sehr. Es gibt keine großen Unterschiede, aber ein paar gibt es. Als erstes ist alles größer, die Straßen sind mindestens zweispurig und die Autos sind dem entsprechend auch größer. Es wird viel mehr Toyota gefahren und einen VW sieht man eher selten. Dem sehr tropischen Wetter angemessen, wird sich außerhalb einer Klimaanlage meistens nur mit dem Auto bewegt und allgemein ist man sehr auf Gastfamilie, Freunde oder Bekannte über 18 Jahre angewiesen, die legal Autofahren dürfen. Außerdem wird nicht so auf Tischmanieren geachtet und der Anteil an Fastfood pro Woche ist rasant angestiegen.
Meine Gastfamilie ist perfekt. In Florida muss eine Familie, die einen Austauschschüler versendet keinen Austauschschüler aus einem anderen Land aufnehmen. Also werden die Gastfamilien meistens genau nach den Bewerbung der einzelnen Austauschschülern ausgewählt. Zu Hause leben mit mir 7 Leute: zwei Gastbrüder, eine Gastschwester, der Bruder meiner Gastmutter, meine Gasteltern und ich. Zu der Familie gehören noch drei weitere Gastschwestern und ein Gastbruder, die aber nicht mehr zu Hause leben. Außerdem lebt der Freund meiner Gastschwester noch halb zu Hause. Ich fühle mich in meiner jetzigen Familie sehr wohl. Ich bin ein Teil der Familie, wir können über alles reden und dazu kommt noch, dass beide Gastbrüder 18 sind wodurch ich fast keine Probleme damit habe irgendwo hinzukommen. Zwei Hunde sind auch noch ein Teil der Familie, ein Dachshund und ein Dackel, beide sehr süß, wobei sie mir inzwischen doch manchmal ein wenig auf den Geist gehen, wenn sie mal wieder Hunde in 20km Entfernung anbellen. Meine erste und zweite Familie haben sich die letzten Wochen darum gestritten, wann ich denn endlich die Familie wechsele. Ich wechsele jetzt nach Weihnachten und gehe dann nach einigen Monaten zu meiner ersten Gastfamilie zurück.
Die Schule war für mich am Anfang ein ganz schön großer Unterschied. In Deutschland habe ich durch gute mündliche Beteiligung nie Hausaufgaben machen müssen und habe gefühlt das erste mal in meinem Leben hier Hausaufgaben gemacht. Aber wie man ja auf den Orientations schon drauf vorbereitet war, sind die ersten Wochen Schule immer sehr anstrengend. Dazu kam noch der Schlafrhythmuswechsel. 10Min früher aufstehen klingt lächerlich, dazu aber noch später ins Bett lässt jeden noch so motivierten Austauschschüler ermüden. Inzwischen habe ich mich an alles gewöhnt und auch die ständigen Tests und Quizze werden besser. Allgemein wird eher nicht so auf mündliche Beteiligung geachtet sondern eher durch wöchentliche Tests der Lernstand überprüft. Wie in der Grundschule in Deutschland hat man jeden Tag alle Fächer. Mein Tag beginnt um 7:15 Uhr mit Law Studies, ein sehr entspannter Kurs in dem man sich mit den den amerikanischen Gesetzen auseinander setzt. Darauf folgen U.S. Geschichte, Physik und Englisch. Dann habe ich Literature in Media, ein Kurs in dem man Filme schaut und danach einen Aufsatz darüber schreibt, Mathe und Schwimmen. Um 14:20 Uhr ist die Schule dann zu Ende. Zwischen den Stunden gibt es nur 5min Pause in denen man nur den Raum wechseln kann, jeder Lehrer hat seinen eigenen Raum und die Mittagspause ist eine halbe Stunde lang. In der Schulmensa gibt es typisch USA Hamburger und Pizza. Am Mittwoch dauert jede Stunde nur eine ¾ Stunde wodurch der Tag schon um 13:25 Uhr zu Ende ist.
Mein Spracherwerb geht gut voran. Da man ja seid der 3. Klasse schon Englisch in der Schule hat geht man ja schon mit einer sehr guten Basis in seinen Austausch. Von anderen Austauschschülern habe ich schon gehört, dass sie große Probleme mit dem in ihrer Region vorherrschendem Dialekt zu kämpfen haben. Ich habe dieses Problem zum Glück nicht, wenn nicht gerade 3 Menschen versuchen mir etwas gleichzeitig zu erklären kann ich alles sehr gut verstehen und auch antworten. Mir ist aber aufgefallen, dass es manchmal schwierig ist Sarkasmus und Ironie zu benutzen, wenn man mit einem anderen Austauschschüler redet.
Nach meinem ersten Rotary Meeting wurde mir meine Counselorin vorgestellt. Sie ist eine sehr nette junge Frau. Wir haben bis jetzt noch nichts spezielles unternommen aber sie hat mich schon einmal mit zu einem Rotary Meeting gebracht.
Allgemein ist Rotary in Florida ein wenig anders aufgebaut. Die Exchangeofficer müssen nicht unbedingt einem bestimmten Rotary Club angehören und nur in meinem Distrikt gibt es 47 verschieden Clubs. Mein Club hat 37 Rotarier und das Meeting ist jeden Donnerstag um 7:15 Morgens. Es ist ein sehr aktiver und lockerer Club indem ich am 27. August auch schon mein Vortrag über meine Heimatstadt und mich gehalten habe. Auf Distrikt Basis ist Rotary auch sehr aktiv. Die erste Orientation ist schon lange vorbei und es werden noch 2 weitere folgen. Die 2. zu den Universal Studios und die 3. zu Florida Key West. In meinem Distrikt sind 14 weitere Austauschschüler mit denen ich mich sehr sehr gut verstehe. Jedes Wochenende unternehmen wir etwas zusammen was unglaublich viel Spaß macht jedes Mal.
Auf der ersten Orientation wurde uns außerdem ein Vortrag von Belo USA gehalten welche Reisen wir über das Jahr machen können. Eine 14 tägige Westcost Tour, einen eine Woche langen New York Trip, eine eine Woche lange New York-Washington-Philadelphia Tour, wobei diese beiden Reisen gleichzeitig stattfinden und eine eine Woche lange Hawaii Reise. Ich plane an der Westcost Tour und dem New York-Washington-Philadelphia teilzunehmen. Außerdem versuche ich noch die Hawaii Reise zu realisieren, was jedoch finanzielle Schwierigkeiten mit sich bringt.
Über sonstige Problemsituationen kann ich mich zum Glück nicht beschweren und ich hoffe es wird auch nicht dazu kommen.
Ich bin wunschlos glücklich und die knappen zwei Monate, die ich bis jetzt im Sunshine State verbringe sind jetzt schon die besten in meinem Leben. Ich danke Rotary schonmal jetzt, dass ich diese Erfahrung machen darf und ein Rotary Austauschschüler sein darf.

Mit freundlichen Grüßen, Claas Buurman