Montag, 12.10.2015

Sport und Essen, alles was man braucht :-)

 Aus Sonntag wurde Montag, dafür entschuldige ich mich natürlich. Austauschschüler haben halt zu wenig Zeit. Jetzt ist schon wieder ein Monat vergangen. Am 6. Oktober war mein zweimonatiges Jubiläum hier. Sehr viel ist passiert, ich werde euch alles erzählen, also setzt euch bequem hin, oder auch nicht.
Aus meinem Plan, vom letzten Blog (nicht der Quartalsbericht) zum Paintballen zu gehen, wurde leider nichts, weil mich die Krankheit doch noch nicht losgelassen hatte. Am Montag dem 14. September war ich dann aber wieder das erste Mal beim Training.
Am Donnerstag hatte ich dann mein nächstes Rotary-Meeting. In diesem hielt ich meinen Vortrag über mich und Emden. Alles lief glatt und ich konnte meinen Club auch einige Male zum Lachen bringen. Am Ende gab es noch schöne Fotos und das Frühstück war auch wieder sehr gut.

Freitag sollte dann auch wieder etwas Besonderes werden. Ich hatte meine erste Pep-Rally. Eine Pep-Rally ist eine Art Parade in der Turnhalle der Schule, um sich auf das am Abend stattfindende Footballgame vorzubereiten. Die Cheerleader zeigen ihre Tänze, was für einen Deutschen, der sowas nicht wirklich gewohnt ist, sehr unterhaltsam ist und die Schulband, ungefähr 80 Leute, blasen einem die Ohren weg. Es war auf jeden Fall eine sehr gute Erfahrung, auch wenn alle Ammis meinten, dass diese Pep-Rally die schlechteste aller Zeiten war.

Am Abend ging ich dann natürlich auch zum Spiel, mit drei anderen Austauschschülern genossen wir die erste Stunde. Da Football aber sehr kompliziert ist, wird das Spiel sehr häufig pausiert, was jeden Jungenrücken tötet. Nach der ersten Stunde war also erst ein Viertel vorbei. Wir saßen noch länger auf dem Schulhof und haben uns unterhalten, was in Florida ja auch gut möglich ist, bei 25 Grad abends, 5 Grad in Deutschland?! räusper... Trotzdem hat das Spiel viel Spaß gemacht und der Himmel bot einen sehr schönen Anblick.



Der Sonntag sollte dann zu einer der besten Tage ever werden. Wir (alle anderen Austauschschüler aus meinem Distrikt und ich) waren um 12 Uhr Mittags zu einer Grillparty von Rotary eingeladen. Das Gastgebender-Pärchen war sehr sehr nett, und das internationales Buffet hat mir sehr geschmeckt. Ich vertrat übrigens Deutschland mit einem (selbstgebackenem) deutschen Käsekuchen. Für alle die vorhaben mal in den USA zu backen, nimmt euch eure gute deutsche Haushaltswaage mit. Ausgerechnet Amerika ist im 18. Jahrhundert hängen geblieben und ließ mich in meinem Hochmut, etwas großartiges zu schaffen, hängen. Hier wird alles in Cups gemessen. Ein Cup ist ein sehr großer tiefer Löffel. Zum Vergleich: ein Cup Mehl sind 120 Gramm. Aber der hochmotivierte Austauschschüler von heute beißt sich dann trotzdem durch und bildet etwas, dass zwar nicht so gut aussieht aber vorzüglich geschmeckt hat. Die Ammis waren zumindest voll begeistert, auch wenn ich doch den Käsekuchen von Mama besser finde. Mit einer Stunde Verspätung traf ich dann auch ein, was aber nicht so schlimm war.
Das absolute Highlight folgt jetzt: Tubing. Ganz einfach erklärt, sehr schnelles Boot vorne, hinten dran ein Autoreifen oder ähnliches. Das Ergebnis ist Fun pur, es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Vor allem weil das Wasser mit angenehmen 27 Grad doch sehr schön war. Es war wunderbar!

Das nächste Wochenende wurde dann von Rotary ein Art Flohmarkt veranstaltet, wo wir Austauschschüler Wasser und zuckerhaltige Getränke für den Austausch verkauften und eine der Austauschschülerinnen ihren Geburtstag feierte.
Und schon wieder eine Woche weiter. Mein zweiter Universal Besuch. Diesmal ein besonderer Anlass, und zwar Halloween. Wie seid 25 Jahren veranstaltet Universal Studios Orlando jedes Jahr zu Halloween “Halloween Horror Nights“. Wie eigentlich alle meiner Freunde wissen, kann man, wenn man von mir reden eher nicht von einem Horrorfilmfan sprechen, um genauer zu sagen, ich hasse Horrorfilme und mach mir vor Angst direkt in die Hose. Deswegen bin ich auch mit einem mulmigen Gefühl dort hingefahren, was durch die ständigen Jammerrufe der anderen Austauschschülern unterstützt wurden. Um 18:30 Uhr kamen wir dann an und waren alle sehr aufgeregt was passieren möge. Im Park liefen überall verkleidete Zombies mit Kettensägen rum, riesige Todesmänner und allesamt unglaublich realistisch geschminkt. Trotzdem, ich weiß nicht warum, aber ich habe mich nicht erschreckt. Und selbst in den Häusern schleppte ich zwar eine Kette von wild, kreischenden Mädchen und Frauen hinter mir her, die mir zu befürchten gaben mein T-Shirt in XL zu verwandeln, aber die Clowns, The Purge Terroristen oder Werwölfe die hinter jeder Ecke hervorsprangen machten mir null Angst, ein ganz bisschen gelangweilt aber trotzdem sehr spannender Abend ging zu Ende und ich schlief traumlos in den nächsten Morgen.

750 Wörter später, wir sind in der letzten Woche angekommen. Am Donnerstag mussten wir leider eine der Austauschschülerinnen verabschieden. Sie kann ihren Austausch aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter machen, weswegen wir uns am Mittwoch noch einmal zusammen eine richtige Ladung Fastfood reingeballert haben und dann Abschied voneinander genommen haben.

Dieses Wochenende war meine erste Regatta in Florida. Einige könnten ja schon mitbekommen haben, was passiert ist, aber ich werde hier alles ganz detailliert schildern. Alles begann am Samstag um 4:30 Uhr morgens. Um 5 Uhr wurde ich von einer anderen Ruderin abgeholt und wir fuhren ins zwei Stunden entfernte Jacksonville, relativ nahe zur Grenze von Georgia. Um 7:45 Uhr war Teamtreffen am Anhänger. Mein erstes Rennen war ein Riemenvierer über 5km. Im Herbst werden in den USA nur 5km gerudert und im Frühling 1,5km. Das Rennen war ok. Wir lagen im ganzen Rennen auf einer Seite was es doch erschwert hat zu rudern. Es hat trotzdem Spaß gemacht und für das erste mal mit den Leuten im Boot, war es eigentlich gar nicht so schlecht. Um 10 Uhr waren wir dann wieder am Land und hatten jetzt 4 Stunden Zeit, bis zum eigentlich wichtigen 8er Rennen. Wir aßen und chillten im Zelt und genossen das Wetter, da es in der Zeit aufgehört hatte zu regnen. Wir gingen pünktlich aufs Wasser und kamen dann am Start an. Wie auf der Karte zu sehen ist, war dieser Platz ziemlich offen und weitläufig. In der Ferne konnte man zu dem Zeitpunkt schon eine ziemlich große Regenfront auf uns zukommen sehen. Wir dachten uns nichts und warteten. Die Regenfront kam näher, der Wind wurde stärker, und die Wellen wurde ungefähr 30cm hoch. Es wurde schwieriger zu rudern und dann passierte es. Die Wellen wurden so hoch das sie uns einfach überrollten. Die Folge: das komplette Boot war unter Wasser und wurde nur noch von den zwei Luftkasten vorne und hinten am Boot “oben“ gehalten. Alle saßen mindestens bis zum Bauchnabel im Wasser. Es dauerte 5 min bis überhaupt sich ein Motorboot der Regattaleitung in unsere Richtung bewegte. Als erstes sollten wir versuchen zu rudern, was natürlich nicht möglich war. Dann kam ein Schiff der US Feuerwehr Seerettung. Alle aus dem Boot, bis auf mich und 3 weitere kamen auf das Boot der Regattaleitung, wir im Wasser nahmen alle Riemen aus dem Boot, schwammen sie zu einem weiteren Boot und stiegen dann schließlich auf das Feuerwehrschiff auf. Ohne Mannschaft konnte man unseren 8er jetzt zumindest wieder sehen und er wurde zu einem 15 Meter breiten Sandabschnitt am Ufer geschleppt, wo wir Sportler vorher schon hingebracht wurden. Mit vielen Flaschen wurde das Boot so leer wie möglich gemacht und dann mit aller Kraft über den Kopf gehoben. Nach dem Regen Dusche Nummer zwei, aber das Boot war danach wieder einigermaßen leer. Wie machten alles fertig, stiegen nacheinander ein und fuhren dann zurück. Es sind auch noch zwei weitere Boote abgesoffen. Ein Mädchen 4er und ein weiterer Jungs 8er. Wir halfen beiden Booten bei den Mädchen haben wir jetzt noch was gut. Das Rennen haben wir logischer Weise verpasst, Spaß hatten wir trotzdem ohne Ende. Es war unglaublich und eine sehr gute gruppenbildende Maßnahme. Das Beste an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass wir meine GoPro dabei hatten und von all dem, ein Video haben. Falls ihr es noch nicht gesehen habt empfehle ich das natürlich zu machen. https://www.youtube.com/watch?v=zk-biI-wRTE .
Am Land angekommen bauten wir die Ausleger ab, beluden den Hänger und fuhren dann zurück nach Hause. Auf dem Rückweg machten wir noch einen halt bei dem College, wo unser Trainer studiert hat (Karte). Schlusswort, erste Regatta: unglaubliche Erfahrungen.

Am Sonntag haben wir Vormittags mit meinem Gastvater, der einen Pizzaladen hat, zusammen mit anderen Austauschschülern Pizza gemacht. Es war sehr lecker.
Ich bedanke mich an alle Blogleser und wünsche euch schöne Tage bis zum nächsten Blog. Mir geht es sehr gut hier und ihr müsst keine Sorgen haben, ich vermisse euch nicht sooo doll ;-). OK ich vermisse Brötchen, weil die hier keine richtigen Brötchen haben aber das ist eine andere Geschichte.